Cas Mudde on the European elections: It’s the fragmentation, stupid! – VoxEurop (English)

The next five years the European Union will be more fragmented than ever. This is the key lesson of the 2019 European elections. However, contrary to the dominant narrative of the last decade or so, the old centrist blocs are not confronted with just a plethora of anti-system populist parties and groups.


This is a companion discussion topic for the original entry at https://voxeurop.eu/en/2019/2019-european-elections-5123367

Every member of the European Parliament is a citizens of his nation, and a member of a national party who pretends to represent national interests in his own country. In the European Parliament, they pretend to represent European interests. The interests of different nations are quarreling in the European Parliament, and everyone wants the best for their nation. Everyone in an national parliament wants the best for their nation, but in the European Parliament nobody wants the best for Europe, because the own nation is always more important. Only fools make the exceptions.

[selber] The interests of different nations are quarreling in the European Parliament

So sehe ich das auch. Zwischen Rhetorik und Handeln besteht ein Gegensatz. Oft werden europäische Interessen und europäischer Zusammenhalt beschworen, aber das konkrete Verhalten orientiert sich im Zweifelsfall an nationalen Interessen. Den Europäern fehlt der Gemeinsinn. Sie fühlen sich nicht - wie eine Nation - als eine Schicksalsgemeinschaft, die inneren und äußeren Herausforderungen standhält. Die Beziehungen zwischen den Europäern sind eher von Misstrauen und Missgunst gekennzeichnet. Alte Vorurteile und alte Beziehungsmuster sind längst nicht überholt. Der eigene Vorteil toppt den Gemeinsinn.

Nach meinem Eindruck tritt die EU bei aller Geschäftigkeit auf der Stelle. Nord und Süd, Ost und West driften immer weiter auseinander. Ausländische Mächte tun das ihre dazu, um die Spaltungen in Europa zu verbreitern. So lassen sich die Polen vor dem amerikanischen und die Griechen vor dem chinesischen Karren spannen - um nur zwei Bespiele aufzuzählen. Wer an die europäische Einigkeit glaubt und Vorleistungen erbringt, ist der Dumme. Die enormen finanziellen Vorleistungen Deutschlands haben nicht etwa Sympathien und Freundschaft hervorgebracht, sondern weitere Begehrlichkeiten und - bei Weigerung - blanker Hass. Siehe Griechenland und Polen! Vielleicht sollte die EU zerbrechen, um danach kompatibleren und damit effizienteren Zusammenschlüsse eine Chance zu geben.

[Marvin] ragmentierung ist eine gute Sache im Europaparlament…

Ich kann deine Einschätzung nicht teilen. Im Europaparlament sitzen die Vertreter ihrer Staaten. Und sie werden im Zweifelsfalle die Interessen ihrer Staaten vertreten. Daran ändert auch das Gerede von europäischer Gesinnung und Solidarität nichts. Die EU is halt keine Meta-Nation von Bürgern, die sich als Gemeinschaft empfinden und wohlgesonnen aufeinander blicken. Auch der Ausdruck “Parteifamilien” ist mehr Wunsch als Wirklichkeit. Es mag im Europaparlament auch Fachwissen geben, aber dieses Fachwissen wird in erster Linie genutzt, um eigene, vermutlich nationale Interessen durchzusetzen.

Davon abgesehen, halte ich das EP nicht für ein echtes Parlament. Ihm fehlt die Basis: ein Staat, mit genuin eigenen Interessen, und ein Staatsvolk. Außerdem hat es ein Legitimationsproblem. Nicht alle Wähler haben das gleiche Stimmengewicht. So ist die Stimme eines deutschen Wählers weniger Wert als die Stimme eines griechischen Wählers. Dagegen sind die Staats- und Regierungschefs im europäischen Rat voll demokratisch legitimiert. Sie sind allesamt durch demokratische Wahlen in Regierungsverantwortung gekommen. Durch den Rat können die nationalen Interessen am ehesten gesichert werden. Was passiert, wenn nationale Souveränität europäischen Gremien übertragen werden, kann man in der Eurozone sehen. Deutschland wird geldpolitisch fremdbestimmt und finanziell ausgebeutet, ohne das es sich dagegen wehren kann.

[selber] < Only fools make the exceptions. > ah bon !

Je trouve l’article très intéressant car il brosse le paysage politique européen. On a ainsi une vision d’ensemble. Je voudrai bien voir les détails pays par pays tou de même !

Nous devons être contents que 50% des électeurs européens se soient déplacés. Faut-il considérer qu’ils sont représentatifs des citoyens ou qu’ils ne représentent qu’une part des citoyens ? Ainsi le Front-National de M.Lepen représente seulement 11% des citoyens en âge de voter, les gens du centre à peu près pareil et les écologistes = 6,5% des citoyens. Ça fait pas lourd pour faire des propositions acceptés par tout le monde !

“l’UE se trouve à la croisée des chemins, de nombreux Européens estimant qu’elle est soit trop forte, soit trop faible.”

A very large majority acknowledges that EU is definitely too weak. And as points the article, that just the old game of manipulating 28 electorates with 28 political egoismus doesn’t make a european consciousness to be European Citizens. Even negotiations to choice the next Pt of EC are a consequence not of the vote, but of etatic princes. Even the future of UK deputees is uncertain. One thing becomes clear, we have no future as democrats on earth if we let EU go on with it’s competences and structure equipment.

The new EP and Ec have a duty : to turn EU into a responsible toward it’s citizens. Three decisive places to get for that. Presidencies of EC and EP, everybody knows. But the third is the most important one, the place of the european people of conscient to be individuals, as regional, national and continental citizens allowed to give their say, not just about scrutinies but operational policies.

As EU cannot pilot a lot of the needed them, the mandate of the next chief of the genaral interest, chief of EC, is to refund the system, not to porn EU with wrong debates as usual. We must get a democracy out of EU. Well structured, well equipped and well respondent to ECs European Citizens. As equals. Perhaps Mrs Vestager is the best for that. Not simple to get the power in order to sacrify her one position. Men wer unable, perhaps a girl can do it.

[Lugdu-02] On a ainsi une vision d’ensemble.

Hier kann ich dir nicht folgen. Wer sind “wir” und inwieweit teilen “wir” eine Gesamtvision? In allen Politikbereichen herrscht Uneinigkeit. So trennen zum Bespiel Nord und Süd die unterschiedlichen Wirtschaftsphilosophien und Ost und West das politische Verständnis von Demokratie. Vor allem fehlt das Gemeinschaftsbewusstsein. Wir haben keine gemeinsame kollektive Identität. Unsere nationalen Geschichten sind konfrontativ gestaltet. Ereignisse und Personen, die die einen feiern, sind für die anderen ein Grund zur Trauer und Frustration. Wir haben die alten Gegensätze noch längst nicht überwunden. Die alten Vorurteile und Beziehungsmuster bestehen noch. Mit Sonntagsreden werden sie nicht überwunden. Wie verhalten uns eher wie Rivalen als wie Partner. Macron beschwört in seinen Reden zwar die europäische Einheit, im konkreten Handeln orientiert er sich aber an den Interessen und Vorteilen Frankreichs. Wer Partnerschaft will, der muss aber fair teilen: die Kosten und die Vorteile.

Die frühere Fragmentierung war immer das Großartige am Europaparlament. Ein Parlament in dem einzelne Abgeordnete was erreichen können und Fraktionszwang nicht existiert. Jetzt wird auch die Vorherrschaft der EVP gebrochen. Das ist fantastisch.

[Marvin] Ein Parlament in dem einzelne Abgeordnete was erreichen können und Fraktionszwang nicht existiert.

Das ist aber eine sehr idealistische Vorstellung. In jeder Gruppe gibt es Führer und Mitläufer. Das ist auch eine Erkenntnis der klassischen Trainingsgruppen, denen kein Ziel, keine Struktur und keine Hierarchie vorgegeben wird. Sie beginnen sozusagen wie ein unbeschriebenes Blatt. Im Laufe der Entwicklung bilden sich Rollen, Strukturen und eine informelle Hierarchie heraus. Im Übrigen sind die Parteienfamilien wie die EVP nicht mit den Fraktionen in einem nationalen Parlament vergleichbar. Innerhalb der Parteienfamilien spielen nicht nur unterschiedliche Sichtweisen sondern auch nationale Interessen eine Rolle. Dem Straßburger Parlament fehlt seine Grundlage. Es hängt sozusagen in der Luft. Es repräsentiert weder einen Staat noch ein Staatsvolk. Es ist nach meiner Meinung eine Plattform für die Austragung nationaler Interessen. So sind die griechischen Abgeordneten von griechischen Bürgern und niederländische Abgeordnete von niederländischen Bürgern gewählt. Die Abgeordneten fühlen sich daher nicht einem imaginären europäischen Interesse, sondern den Interessen ihrer nationalen Wähler verpflichtet. Europa ist nur Rhetorik, die mehr verschleiert als klärt. Nach meiner Meinung ist das Straßburger Parlament eine kostspielige Spielwiese nationaler Agenten und von daher überflüssig.

Fragmentierung ist eine gute Sache im Europaparlament, das macht es das beste Parlament Europas, der geballte Sachverstand aller möglichen Richtungen statt Fraktionsdisziplin.

Who is We ? If 20 families move into a shared house you have 20 " we " .And a common vision does not exclude that every family wants the best for themselves first.

Das Parlament ist sehr fragwürdig . Es gibt die verschiedenen Politiken und es gibt die verschiedenen Nationalitäten . Ein ständiger Interessenkonflikt .

“We” seraient = “nous les citoyens européens”, mais l’article date de quelques semaines déjà ! :slight_smile:

Yes and ? Has anything changed in the weeks? “We” - that could also be the world population. To a “we” belongs more than a common existence.

Hallo Aditec . Im Content sah ich einen neuen Artikel , da geht es um Deutschland . Es interessierte mich und ich wollte ihn lesen . Aber ich hatte keine Zugriff auf die Seite , ich war nicht berechtigt . Kannst du mal probieren ob du berechtigt bist ?

After the European elections in Germany: A deeply divided country – VoxEurop

Wenn ich auf den Link gehe erscheint die Seite , aber nur ein Link zu den Artikel . Gehe ich auf den Link erscheint " You are not authorized to access this page. "

Hallo Selber! Mir geht es ebenso. Wenn ich den entsprechenden Link aktiviere, dann erscheint folgende Meldung: “You are not authorized to access this page.” Was das soll, ist wohl ein Geheimnis des Teams von voxeurop. Vielleicht liest Big Brother diesen “Hilferuf” und bietet eine Antwort und eine Lösung. Hoffen wir’s! Bis dahin müssen wir mit dieser Ungeklärtheit leben. Aber ich denke, das ist nicht unser größtes Lebensproblem. Bis dahin alles Gute. aditec

Dear Selber, We had this article mistakingly unpublished; this is why you were not able to read it. It has now been fixed. Apologies for the inconvenience.

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Dear Aditec, We had this article unpublished by mistake; this is why you were not able to read it. It has now been fixed. Apologies for the inconvenience.